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Stefan Wimmer: Der König von Mexiko (Rezension)

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Eigentlich halte ich nichts davon, Bücher in Männer- und Frauenliteratur zu unterteilen. In diesem Fall schon: Manfred Wimmer hat mit Der König von Mexiko ein Männerbuch geschrieben. Ganz ohne Zweifel. Aber keines, damit das nicht in den falschen Literaturhals gerät, das in irgend einer Form etwas mit einer Abrechnung zu tun hätte zwischen den Geschlechtern. Falsche Fährte. Stefan Wimmer schreibt über Mexiko, über Drogen verschiedenster Couleur, über - natürlich - Frauen und das Leben eines Stipendiaten im allgemeinen, der nicht wirklich vorwärts kommt. Das Treten auf der Stelle liegt weniger an den Frauen, sondern eher am Drogenkonsum.

Zunächst einmal - und das mit viel Humor - erklärt Stefan Wimmer das Leben in Mexiko-City. Ganz allgemein und auch wieder im Speziellen. Da gibt es eine Kneipe, eine Oase im Gewimmel einer Stadt, die niemals zur Ruhe kommt, die rotiert, stinkt, stänkert, sich lautstark bemerkbar macht. In dieser Oase sitzen Menschen, die eines verbindet: Alkohol in den skurrilsten Mischungen, in ihrer Wirkung alle gleichsam verheerend.

Und, im Land der Machos gibt es sie doch, Homosexuelle, die in Lateinamerika zumeist noch undercover agieren müssen. Freddy Mercury als Gallionsfigur, der genialistische musikalische Vorreiter des Christopher Street Day der Gegenwart, lautstark musizierend an mehr oder weniger geheimen Orten.

Bevor sich der Germanistik studierende Stipendiat auf den Weg in die mexikanische Höllenprovinz macht, um eine Mordserie journalistisch aufzuklären oder auch nicht, beschreibt er, wie und wo die richtigen Frauen herkommen sollten und woher nicht und wie veilfältig die Krönung zum König von Mexiko scheitern kann

Damit wird mir als Leser dann auch klar, dass Der König von Mexiko eine Art Episodenroman darstellt, der letztlich zurück nach Deutschland in die nördlichste italienisch verfügbare Großstadt führt: München. Mit Bravour meistert Stefan Wimmer auch diese Hürde. Gekonnt beschreibt er das Gehabe der Medienbranche, in der er sich selbst bewegt und genau so gekonnt persifliert er diese. Zum Beispiel begegnen ihm Menschen, die ihn an das fehlende Bindeglied zwischen Neandertaler und dem Cro-Magnon-Mensch erinnern.

Der König von Mexiko ist ein Männer- und Sommerbuch. Es macht gute Laune, wenn man als Leser bereit ist, auf ernst zu nehmenden Tiefgang zu verzichten, wenn man bereit ist, im letzten Drittel die Ortographie über Bord zu werfen, als wäre der Lektor bereits in den Sommerurlaub verschwunden. Trifft das zu, dann nix wie hin zum nächsten Buchhändler. Solange der Vorrat reicht.

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