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Beat Portmann: Durst (Rezension)

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Beat Portmann wurde 1976 in Luzern geboren, wo er heute nicht nur als freier Autor und Texter, sondern auch als Sänger und Songwriter arbeitet. Nach eigenen Angaben hat Portmann ein Jahr benötigt, um für seinen ersten Roman zu recherchieren und ihn letztendlich zu Papier zu bringen. Ein Nachfolgeprojekt ist derzeit in Planung.

Das Erstlingswerk von Beat Portmann ist ein erstaunlich gut gelungener Kriminalroman, der ohne viel Blutvergießen und Gewalt auskommt. Zugegeben, der ritualisierte Mord an dem aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Slavkovic ist nicht ohne, aber es geht in dem Roman ja nicht um die Darstellung eines Mordes und das Innenleben des Mörders, sondern um einen Schriftsteller, der aufgrund schlechter Verkaufszahlen von seinem Verleger dazu angehalten wird, mal etwas spannendes zu schreiben, eben einen Verkaufsschlager. Zu diesem Zwecke gibt sich der namenlose Protagonist erst einmal als Privatdetektiv aus um Stoff für seine Geschichte zu bekommen. Dass er dabei an einen echten Auftrag gerät und somit im Laufe der Geschichte damit beschäftigt ist, herauszufinden wer seinen ursprünglichen Auftraggeber getötet hat und vor allem warum, damit hätte er wohl nicht gerechnet. Im Verlauf der Geschichte werden der Schriftsteller und der Leser in verschiedene Milieus eingeführt: in das der Schweizer Immigranten aus dem ehemaligen Jugoslawien, der Schweizer Kleinkriminellen und schließlich in das Milieu der Kriegsverbrecher und Geldwäscherkreise aus Politik und Justiz. Die Geschichte ist von Portmann sorgfältig recherchiert und verliert niemals ihr Tempo, wenngleich es auch ein schweizerisches Tempo ist, stetig und bedacht, aber auf keiner Seite des Buches verläuft die Erzählung monoton oder gar langweilig. Die Grundspannung des Buches hält Portmann von der ersten bis zur letzten der 274 Seiten aufrecht. Es gelingt ihm auf wunderbare Weise, heikle Themen wie die Einbürgerungsproblematik in der Schweiz, damit verbundene Ressentiments gegenüber Ausländern aus dem Ex-Jugoslawien und die nicht aufgearbeiteten Folgen des Bosnienkrieges zu einer interessanten und spannenden Kriminalgeschichte zu verarbeiten, die dem Leser bewusst macht, wer die überlebenden und oftmals verschwiegenen Opfer des Krieges sind. Es ist eine sehr intelligent geschriebene Kriminalgeschichte, die absolut lesenswert ist, schon aufgrund des Protagonisten, der von der ersten Seite an gefällt weil er eben kein abgebrühter Typ ist, sondern sich manchmal naiv, manchmal schlitzohrig vortastet, bis er den Fall aufgeklärt hat. Dabei kann sich der Leser gut mit ihm identifizieren und er wird deswegen zum Sympathieträger im Buch.

Fazit: Ich persönlich wollte "Durst" kaum aus der Hand legen und besonders überrascht war ich, als ich nach dem Lesen im Einband des Buches entdeckt habe, dass Beat Portmann Jahrgang 1976 ist. Ich hatte mir wohl aufgrund des versierten und sensiblen Umgangs mit der Einbürgerungs- und Kriegsproblematik einen älteren Autor vorgestellt. Besonders clever fand ich, dass der Protagonist im Buch kein einziges Mal mit seinem Namen angesprochen wird, was die Dimension von Wahrheit und Fiktion verschiebt und man geneigt ist, den Autor selbst für den Protagonisten zu halten. Das hat mich ein wenig an den Schreibstil und die wiederkehrenden Motive in den Erzählungen Paul Austers erinnert. Hut ab vor diesem Erstlingsroman, der absolut lesenswert ist, auch, oder gerade, für Leser die sonst nicht gerne Kriminalgeschichten lesen.

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