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Manfred Rumpl über Fausts Fall und das Schreiben (Interview)

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Manfred Rumpl lebt und arbeitet in Wien. In seinem aktuellen Roman "Fausts Fall" greift er die Geschwätzigkeit der Philosophie auf und seziert diese mit Hilfe seiner beiden Protagonisten, die in einen Strudel gegenseitiger Abhängigkeit geraten. Einmal mehr beweist Manfred Rumpl seine scharfäugige Beobachtungsgabe.

 


Herr Rumpl, mit Begeisterung, fast enthusiastisch habe ich Fausts Fall gelesen. Zugegeben: Als erstes der mittlerweile sechs Bücher, die Sie seit 1993 veröffentlicht haben. Gibt es einen literarischen, vielleicht auch philosophischen oder gar pädagogischen Faden, der sich durch Ihr Werk zieht?


Als literarischen/stilistischen Faden kann man/ich sicher meine Entwicklung hin zu einem Mehr an Klarheit sehen, d. h. meine Bemühung um Verständlichkeit, ohne dabei zu verflachen; wie ein klares Wasser (ein unterirdischer See), dem man seine Tiefe nicht ansieht. Das Ringen mit der Philosophie (als Existenzbewältigung wohlgemerkt, nicht als akademische Spielerei) ist meiner Arbeit seit jeher eingeschrieben, diesmal aber auch ausdrücklich in das Thema und die Handlung des Romans eingegangen. Als pädagogisches Element kann womöglich meine Tendenz gelten, das Vorgestellte von einer übergeordneten Moral zu befreien, um es aus sich heraus sprechen zu lassen. Was aber nicht heißt, dass es unerwünscht ist, wenn sich im Betrachter auch Ethisches formiert...

Über Sie ist erstaunlich wenig biografisches im Internet zu finden. Einmal von den üblichen Eckdaten abgesehen. Soll das so bleiben, oder sind Ihre Bücher eine Art Puzzle? Zumindest lassen die Eckdaten Ihrer Biografie und die der Protagonisten in Fausts Fall darauf schließen.

Ja, ich hab nie viel dazu getan, um biografisch oder gar als Person selbst in den Vordergrund zu treten. (Womit  natürlich auch der Trend, dass sich der Autor in Einheit mit seinem Werk zu vermarkten habe, so ziemlich an mir vorüber ist.) Ich wollte immer hinter das Gemachte zurücktreten, um es - unbelastet von den Verstrickungen seines Urhebers - für sich sprechen zu lassen, um es nicht mit mir zu belasten gewissermaßen. Was das "biografische Puzzle" angeht, so ist dieser Begriff dann doch ziemlich zutreffend, weil Teile, mehr oder weniger verfremdet, meiner Biografie tatsächlich - in unterschiedlichem Ausmaß von Buch zu Buch freilich (Anatol Hofers Trotz und Murphys Gesetz sind näher am Biografischen als die anderen) - in meinen Arbeiten enthalten sind. Bei Fausts Fall, darf ich sagen, verhält sich die Sache so, dass mir das Wesen beider Protagonisten vertraut ist, wobei mir die Faust-Figur näher ist. Zuletzt möchte ich noch auf einen Schlüsselbegriff hinweisen, der vielleicht gut taugt, um meine Arbeit zu charakterisieren: ERFAHRUNG, in jeder Hinsicht, geistig und körperlich, als Grundlage der gestalterischen Phantasie. Erfahrung in Form verwandeln.

Wir bedanken uns beim Autor Manfred Rumpl und bei Stefan Buchberger vom Luftschacht-Verlag.

 


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