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Der Literatur-Nobelpreis, Herta Müller, Marcel Reich-Ranicki und die (Anti)Zyklen
Geschrieben von: Andreas Schneider Samstag, den 10. Oktober 2009 um 09:55 Uhr
m Normalfall berichten wir nicht über den Literatur-Nobelpreis. Aus einem einfachen Grund: Es ist ein großes Ereignis, das einen großen Schatten wirft und den kleinen (literarischen) Pflanzen das Licht wegnimmt. Trotzdem an dieser Stelle Gratulation an Herta Müller für die überraschende Verleihung. Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn gelesen habe ich von Herta Müller nicht ein Buch. Bei "Atemschaukel" war ich sehr nahe dran, weil mir dieser Begriff zu gut gefällt. Wahrscheinlich werde ich das Buch lesen. Eher ziemlich sicher. Nobelpreis hin oder her.
Erwähnenswert finde ich die Verleihung, weil Marcel Reich-Ranicki sie nicht erwähnen will; nicht die Verleihung und auch kein Wort über Herta Müller. Zumindest bisher. Das, genau das nenne ich antizyklisches Verhalten und falle drauf rein, weil ich darüber schreibe.
Während zahlreiche Kultur- und Literaturschaffende die Verleihung begrüßen, schweigt sich unser Kritikerpapst einen Wolf ab. Und was wird in Erinnerung bleiben? Eben. Genauso antizyklisch die Verweigerung des Fernsehpreises für sein Lebenswerk im Jahr 2008. Der Sprung auf die Schlagzeile so sicher wie das Amen in der Kirche. Elke Heidenreich blieb fast nichts anderes übrig, als auf den Schlagzeilenzug in die entgegengesetzte Richtung aufzuspringen. So spielt man sich die medialen Bälle zu. Ein halbes literarisches Quartett.
Ach ja, bei Amazon ist Herta Müllers Atemschaukel auf Rang 1 gelandet. Vermutlich wird der Hanser Verlag kein Rezensionsexemplar mehr übrig haben. Kaufen wir es eben.
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