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Buchempfehlung oder Buchverfehlung? Hermann Kant - Kennung
Geschrieben von: daswortreich Sonntag, den 14. März 2010 um 22:34 Uhr
Laut Biografie studierte Hermann Kant nach seiner polnischen Gefangenschaft ab 1949 an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät in Greifswald, lebte als freier Schriftsteller in Berlin und war von 1978 bis 1989 Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR. Betrachtet man seine Biografie genauer, ist schnell erkennbar, dass Hermann Kant kein unbeschriebenes Blatt innerhalb des DDR-Regimes war bzw. ist. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche systemkritische Schriftsteller ausgewiesen. Man möchte also nicht wirklich glauben, dass sich einer wie Hermann Kant, als einstiges Mitglied der SED, tatsächlich und ernsthaft mit der eigenen Vergangenheit, mit der der DDR und mit der Ambivalenz auseinandersetzen wolle, die zwischen Künstlern und Machthabern herrschte.
Der Kritiker Welf Grombacher beendete seine Rezension (Titel: Zum Kaffee mit der Stasi) in der Schweriner Volkszeitung mit den Worten: (...) Der wie Kant 1926 geborene Erich Loest hat vor kurzem erklärt, er werde aus Altersgründen keinen Roman mehr schreiben. Man wünschte, Kant käme bald zu dieser Einsicht (...) Und weil das alles so ist, und weil der Aufbau Verlag aus Berlin das Buch verlegt hat (1945 in Berlin gegründet und zum wichtigsten DDR-Verlag avanciert) lohnt die Lektüre sicherlich, sofern Sie als Leser/in sich für diese Thematik der jüngeren gesamtdeutschen Geschichte interessieren. Mit dem nötigen Abstand und ausreichend Informationen an der Hand.
Im Büchershop: Hermann Kant - Kennung
Biografisches: Hermann Kant 1 • Hermann Kant 2 • Der Aufbau Verlag • Hermann Kant in einem Brief zur Biografie von Margot Honecker







