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Feuilleton Rezensionen Björn Kuhlig: Bodenpersonal

Titelabbildung: Björn Kuhlig - BodenpersonalEin sehr eigenes Leseerlebnis, das mich mit dem Bodenpersonal von Björn Kuhlig verbindet: Draussen einige Grade Minus. Die Nachbarskatze will rein. Zu kalt, zu dunkel, zu alles. Ich will raus. Aus mir. Zu viel Melancholie. Gründe, warum das Buch zur richtigen Zeit kam.

 


Gäbe man sich Mühe, würden "Post It" Notizen in der Wohnung verteilt an den dafür vorgesehenen Plätzen rumhängen. Die Dinger in diesem leichtfüßigen Gelb mit dem Klebenstreifen am oberen Rand. Zu wenig Platz für Prosa, aber genug für Stichworte. Stichworte wie: löwenmilch, jetzt ist himmel, baba müslüm, der bahndamm, wo ist mekka, von der ziege.

Stichworte, die Björn Kuhlig in "Bodenpersonal" versammelt und verdichtet. In den Worten schwingt diese sonore Melancholie mit, der irgend etwas fehlt. Zum Beispiel Liebe, Erfüllung, Glück... oder... Perfektion. Das Stetige am Unstetigen mag die Suche sein. Augenblicke nach Möglichkeit in verbale Gedankenblöcke einzufrieren, um sie auf die Ewigkeit vorzubereiten, die sich als "durchschnittliche Lebenserwartung"  entpuppt. Und wenn diese Ewigkeit schon einmal begrenzt ist, dann sollte man die Grenzen innerhalb verschieben können.

Fazit: Es ist kein unglaubhlich wichtiges Buch, aber ein schönes, wenn man in der richtigen Stimmung ist, wenn man wieder einmal feststellt, dass Melancholie nicht das schlechteste der Gefühle ist, die einen begleiten.




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